Heilfasten steht für ein mehrdimensionales Fasten:
Die körperlich-medizinische Dimension des Fastens besteht aus einer Methode, die die enge Betreuung von Fastern und Fasterinnen vorsieht: Evaluation des Gesundheitszustandes und daher der Fastenindikation, Unterricht über Fastenzusätze und Aufbauzeit, Fastenrhythmen und Rituale, z. B. 2-3 Liter Wasser trinken, regelmäßige Darmreinigung, ausreichend Bewegung und Entspannung im Wechsel, genügend Stille und Zeit zur Introspektion sowie die Legeartis-Behandlung von individuellen Krankheiten. Dieses setzt sowohl Kenntnisse im Umgang mit dem Selbstheilungspotential des Menschen, aber auch fundierte schulmedizinische Kenntnisse voraus (oft müssen medikamentöse Behandlungen während des Fastens modifiziert werden). Bei kurzem Fasten und für gesunde Menschen) (Menschen, die keine Medikamente zu sich nehmen, sich in emotionalem Gleichgewicht befinden und an keinen Eßstörungen leiden) können Ärztinnen und Ärzte im Hintergrund bleiben und kurze Fastenzeiten durch Fastenleiterinnen und -leiter betreut werden.
Die sozial-mitmenschliche Dimension des Fastens ist von größter Bedeutung und oft nicht thematisiert: Fasten in der Gruppe verbindet, macht solidarisch, vermindert die Aggressivität und radiert die sozialen Unterschiede aus. In vielen religiös motivierten Fastenperioden soll die eingesparte Nahrung an die Armen verteilt werden. Während des Ramadan versammeln sich die Familien jeden Abend, und nie wird der Platz für den Hungernden am Tisch vergessen. In einer religiösen Gemeinschaft Südfrankreichs pflegt man im Fall von Streit zu fasten, bis beide Streitende eine gemeinsame Lösung gefunden haben.
Die spirituelle Dimension des Fastens, auch wenn sie nicht von allen beim ersten Fasten wahrgenommen wird, ist untrennbar vom Fasten. Buchinger selbst schreibt: "Ich bilde mir zwar nicht ein, daß ich der einzige Fastenpionier im deutschen Sprachraum bin, wohl aber darf ich annehmen, daß ich wie kein zweiter den engen Zusammenhang zwischen Fasten und Spiritualität klar erkannt und folgerichtig im Auge behalten habe."
Die Indikationen zum Heilfasten mit dem multidisziplinären Buchinger-Programm können wir in drei große Gruppen einteilen (nach Statistiken der Klinik Buchinger am Bodensee):
1. Die Stoffwechselstörungen.
2. Die chronischen Erkrankungen
Die chronischen Erkrankungen, wie z. B. chronische Gelenkerkrankungen, chronische Erkrankungen des Verdauungsapparates, Migräne, Allergien, Asthma und Neurodermitis, um nur diese zu erwähnen. Dabei spielen mehrere Mechanismen zusammen: Die Nahrungsmittel-Antigenpause (auch Antigen-Karenz genannt), die Veränderung der Darmflora, die sistierende Zufuhr pro-entzündlicher Substanzen, etwa Arachidonsäure, die allgemeine Beruhigung durch den Streßabbau im Fasten und die katabolische Stoffwechsellage.
3. Die physischen und psychischen Erschöpfungszustände (vorausgesetzt, daß noch Vitalreserven vorhanden sind).
Das Buchinger-Fasten wird mit jeder Wiederholung vertieft. Einmal pro Jahr, unter ärztlicher Betreuung, den methodischen Hinweisen streng folgend, im Austausch mit anderen Menschen und offen für spirituelle Dimensionen des Lebens zu fasten, kann für einen Menschen wahrhaft Ganzheitsmedizin sein.
Unser betreutes Heilfasten nach Buchinger findet vom 05.03. - 14.03.2010 statt. Anmeldung und Info`s bei Frau Hepp unter:
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06281 - 55 64 33